Entstehung von Erdbeben
Erdbeben gehören zu den gefährlichsten Naturkatastrophen dieser Erde. Durch Erdbeben sterben oftmals hunderte von Menschen und tausende werden obdachlos. Es wird international versucht sich dagegen zu schützen, indem mehr über den Boden, auf dem wir leben, herausgefunden wird, erdbebensichere Architektur gebaut wird, Rettungsübungen trainiert werden. Und vor allem wird an der Vorhersage von Erdbeben gearbeitet.
Erdbeben werden meist durch die Verschiebung von Erdplatten an den Bruchkanten der Lithosphäre (Erdkruste, Erdmantel) verursacht. Unter unserer dünnen Erdkruste liegt in 100km Tiefe die Asthenosphäre, das ist die Schicht nach der Lithosphäre, in der es bis zu 1200 Grad Celsius heiß sein kann, so dass dort flüssiges Gestein – auch Magma – genannt existiert. Noch weiter unten in Tiefen von 2900 bis 6378 km unter der Erde befindet sich der Erdkern. Die Erdplatten, auf denen wir leben, waren vor Millionen von Jahren einmal ein Ganzes, was in viele einzelne Platten zerrissen wurde. Durch die Risse dieser auseinandergefallenen Erdplatte, die sogenannten Plattengrenzen, kann die Magma aus der Asthenosphäre hochsteigen und Vulkane bilden. Die einzelnen Platten sind aber immer noch in Bewegung und verschieben sich jährlich um ein kleines bisschen. Wenn sich solche Platten verhaken gibt es Erdbeben. Es gibt auch Erdbeben unter dem Meeresgrund, sogenannte Seebeben, die Tsunamis erzeugen können. Die Wissenschaft, mit der das Erdbeben erforscht wird, heißt „Seismologie“.
Tsunamis
Tsunamis entstehen durch Erdbeben unter dem Meeresgrund. Wenn ein Seebeben in Küstennähe stattfindet folgt auf das Seebeben ein Tsunami. Vom Erdbebenherd gehen dann Wellen durch alle Wasserschichten an die Oberfläche und türmen sich am Festland zu an die 30 m hohen Wellen auf. Auf dem Meer merkt man davon nichts. Deswegen haben japanische Fischer, die auf See nichts bemerkt hatten und dann ihren Hafen zerstört vorfanden, der Welle den Namen „Tsunami“ (Welle im Hafen) gegeben. Solche Wellen können bis zu 100 km ins Land hereinfließen und ein Inferno anrichten.
Auswirkungen und Schutzmaßnahmen
Am 27.2.2010 gab es in Chile ein Erdbeben der Magnitude 8,8. Die chilenische Küste wurde dadurch um 2,5 m angehoben, und die Stadt Concepcion, die am meisten betroffen war, ist um 3 m verrutscht. Das Erdbeben hat mit seinem Drall sogar die Rotationsachse der Erde beeinflusst, was die Erdrotation minimal beschleunigt hat.
Als Beispiel: es gibt verschieden starke Erdbeben; das Erdbeben in Chile gehört zu den stärksten je gemessenen Erdbeben. Ein Erdbeben der Magnitude 9 ist 37'000 Mal stärker als die Atombombe von Hiroshima.
In Japan gab es am 11.3.2011 nach einem Beben der Magnitude 9 einen Tsunami in der Küstenregion „Tohoku“, der 500 km² der japanischen Küste einnahm. Bei dieser Naturkatastrophe kamen 22‘199 Menschen ums Leben und 400'000 Bauwerke wurden zerstört. Das Beben ließ Japan 3m in Richtung Amerika rücken. Durch das Erdbeben explodierte das Atomkraftwerk in Fukushima, was nachhaltige Schäden für das ganze Umland hatte und noch bis heute hat.
Heutzutage versuchen viele Forscher mit Hilfe von neuster Technologie und Schwingungsmessgeräten, wie dem „Seismographen“, Erdbeben voraus zu sagen. Es gibt keine genauen Bilder davon, wie es in der Lithosphäre aussieht – geschweige denn noch tiefer. So tief runter zu kommen, erweist sich als weitaus schwieriger als beispielsweise die Mondlandung.
Ein anderes wichtiges Thema zum Schutz vor Erdbeben ist das erdbebensichere Bauen. Hier ist Japan eines der fortschrittlichsten Länder. Schon die sehr alten japanischen Pagoden sind Erdbebensicher gebaut. Der Turm, an dem die Stockwerke und Dächer hängen ist flexibel und die Stockwerke beweglich; so ist das ganze gegen Stöße und Erschütterungen geschützt. Der „Tokyo-Sky-Tree“ mit 634m ist nach demselben Prinzip gebaut. Er ist trotz seiner Höhe eines der sichersten Gebäude. Auch der Tokioter Bahnhof wurde nachträglich auf Gummipuffer gestellt. Aber Tokyo ist trotzdem nicht ganz sicher. 35 Millionen Menschen leben dort auf engem Raum; deswegen werden in Tokyo oft riesige Rettungsaktionen geprobt, um alle Menschen auf eine Erdbebensituation vorzubereiten. Es wurde sogar ein Erdbebensimulator „E-Defence“ gebaut, der mehrstöckige Häuser durchrüttelt. In Texas gibt es eine Geisterstadt, die zur Übung von Rettungseinsätzen gedacht ist - sie heißt „Desaster-City“. Dort treffen sich Spezialisten aus vielen verschiedenen Ländern und arbeiten an neuen Sicherheitsmethoden.
Es gibt sogar bei uns in Deutschland kleine Erdbeben, die meisten sind aber so schwach, dass sie nicht einmal gemessen werden. Aber auch, wenn wir uns in Deutschland eigentlich keine großen Sorgen machen müssen, sollten wir trotzdem nie die Macht der Naturgewalten unterschätzen.