Über Meeresströmungen
Die Weltmeere machen über 2/3 unseres Planeten aus. In ihnen gibt es unglaublich viele Strömungen jeglicher Art, welche das Ökosystem am laufen halten und maßgeblich zu dem Klima auf der Erde beitragen. Sie befördern riesige Massen von kaltem und warmen Wasser durch alle Weltmeere. Die Verbindung die alle Strömungen der Ozeane verbindet wird das Globale Förderband genannt. Der Name macht Sinn, da dieses „Förderband“ Wasser um die ganze Welt transportiert. Rund 1000 Jahre braucht es, um das Wasser einmal durch die ganze Welt zu befördern.
Doch wie entstehen diese gewaltigen Strömungen?
Die oberflächlichen Strömungen werden hauptsächlich vom Wind gesteuert. Durch die ganzjährigen Passatwinde beispielsweise ist eine regelmäßige Strömung an die Westseiten aller Kontinente gesichert. Die Strömungen werden auch stark durch den Salzgehalt und die Temperatur des Wassers bestimmt.
Kaltes Wasser hat eine höhere Dichte als warmes und sinkt nach unten ab, wenn es auf warme Strömungen trifft. Gewinnt eine Strömung durch eine andere an Salz, steigt die Dichte, und die Strömung sinkt ab, wenn sie auf eine geringere Dichte trifft.
Ein Beispiel hierfür ist der Golfstrom im Atlantischen Ozean. Er wird von salzhaltigem Wasser aus dem Indischen Ozean gespeist und gewinnt dadurch an Dichte. Dann wird es von Winden in den Westen bis an die Küste Westeuropas getrieben. Das warme Wasser kühlt sich dabei ab und sinkt im höheren Norden ab. Außerdem dreht sich der Strom um und fließt in unteren Tiefen zurück in den Süden. Die warme Strömung, die der Golfstrom bringt, ist sehr wichtig für das milde Klima in Europa, denn ohne sie wäre es rund 10°C kälter!
Doch aufgrund des Klimawandels schwächt sich der Golfstrom ab. Durch das Schmelzen der Polkappen wird das Meer verdünnt und verliert an Salz und somit and Dichte. Der Golfstrom verdünnt sich zu stark und schwächt sich dadurch ab. Laut dem Weltklimarat IPCC könnte sich der Golfstrom um 30-40% abschwächen.
Das Südpolarmeer
Indischer Ozean
Der Indische Ozean liegt zwischen Ostafrika, Südasien und Westaustralien, außerdem grenzt er an den Atlantischen - und Pazifischen Ozean. Mit einer Fläche von 74,9 Millionen km2 ist er der dritt größte Ozean auf der Erde. Der Indische Ozean ist gezeichnet durch die vielen Meerrücken, die in seinen Tiefen liegen. Sogenannte Meerrücken sind Berge, oder Hügel, die sich vom Meeresboden auftun. Der wichtigste und größte Rücken des Indischen Ozeans ist der zentralindische Rücken. Er zieht sich durch die Mitte des Ozeans von Nord nach Süd. Das vor der westlichen Küste Australiens gelegene Diamantinatief ist mit 8047 m die tiefste Stelle des indischen Ozeans.
Der Indische Ozean hat viele und vielseitige Strömungen, aber der Südäquatorstrom, da er zu dem sogenannten Globalen Förderband angehört, ist international der wichtigste und auch größte Strom. Der Südäquatorstrom fließt am Äquator endlang in Richtung Westen, bis er im Atlantischen Ozean endet. Seinen Beginn im Indischen Ozean hat er am östlichen Ende des Ozeans. Dort entsteht er aus einer Kombination von dem schon vorhanden Südäquatorstrom aus den Pazifik und dem Westaustralstrom, der von Süden nach Norden and der Westküste Australiens entlangführt.
Vom östlichen Teil des Indischen Ozeans strömt der Südäquatorstrom quer durch den Ozean in Richtung Westen, bis er and die Östliche Küste Afrikas stößt, wo er geteilt wird. Ein Teil des Südäquatorstoms zieht weiter in Richtung Norden und biegt Richtung Osten ab, wo er auf den Äquatorial Gegenstrom trifft. Das Wasser in diesem Strom ist in einem Kreislauf angekommen, aus dem es kein Endkommen gibt. Die Strömung führt einmal nördlich des Äquators endlang in Richtung Osten, bis sie vor der Küste Indonesiens einen Schlenker nach Süden macht und sich wieder in den Südäquatorstrom einreiht.
Der andere Teil des Südüquatrostroms, den es nicht in den Norden Verschlagen hat, sucht sich seinen Weg hindurch zwischen Madagaskar und Afrika (Tansania, Mocambique) bis nach Südafrika, wo er sein Ziel erreicht. Dort trifft er auf den Atlantischen Ozean. Dieser Strom wird als Agulhasstrom bezeichnet.
Der Agulhasstrom hat so eine Wichtigkeit, da er ein wichtiger Salz-Lieferland für den Golfstrom darstellt. Er ist die Verlängerung des Südäquatorstroms. An der Stelle wo der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean auf den Atlantischen Ozean trifft macht er viele kleine Wirbel und mischt so sein warmes und salzhaltiges Wasser mit dem des Atlantischen Ozeans. An der Grenze zu dem Atlantischen Ozean macht der Agulhasstrom kehrt und fließt aus nicht völlig geklärten Gründen zurück gen Osten in den Indischen Ozean.
Das salzhaltige Wasser aus dem Indischen Ozean ist wichtig für den Golfstrom, da dieser unbedingt genug Salz braucht, um bis nach Europa zu kommen und uns somit warmes Wasser und warmes Klima zu bringen. Würde sich der Golfstrom zurückziehen oder sogar aufhören zu fließen, würde auf der Erde vermutlich eine zweite Eiszeit ausbrechen!
Im oberen Norden des Indischen Ozeans gibt es einen relativ großen und interessanten Strom – der Nordäquatorstrom. Das Einzigartige an ihm ist, dass er während der Jahreszeiten durch die Monsunwinde seine Fließrichtung wechselt. In der Wintermonaten fließt der auch als Monsunstrom bezeichnete Strom parallel zum Äquator in Richtung Westen, im Sommer hingegen gen Osten. Weiterhin gibt es den sogenannten Somalstrom, der an der Küste Ostafrikas entlang führt.
Die Wasserfallillusion
Sollte man mal auf Mauritius sein, wäre mein Tipp sich diese Attraktion des Indischen Ozeans nicht entgehen zu lassen. Denn dieses Phänomen der Wasserfallillusion ist einzigartig auf der ganzen Welt. An der Küste von Mauritius scheint ein Wasserfall unter Wasser Unmengen an Wasser in die Tiefe zu ziehen. Die Frage ist: Ist es möglich, daß Wasser im Wasser hinab stürzt?! Nein! Natürlich ist es nicht möglich!
Hier ist die Erklärung: Kurz nach den Stränden Mauritius tun sich auf einmal tiefe Schluchten auf, die auch Strömungen mit sich bringen. Und eben diese Strömungen saugen Sand und dunklen Schlamm von den flacheren Ebenen in den Abgrund. Also ist dort im Grunde kein Wasserfall, sondern ein Sandfall. Aber ich finde auch wenn dies nur eine optische Täuschung ist, ist dieser Sandfall doch sehr schön anzusehen. (Auch wenn er nur aus der Luft oder auf google maps bestaunt werden kann.)
Atlantischer Ozean
Der Atlantische Ozean, oder auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Welt. Ohne Nebenmeere ist er 89.757.830 km² groß, das ist ungefähr ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche. Seine breiteste Stelle beträgt 9000 km zwischen Senegal und dem Golf von Mexico, seine geringste 1500 km zwischen Norwegen und Grönland. Die tiefste Stelle beträgt 8.400 Meter (Im Milwaukeetief, ein Teil des Puerto-Rico-Grabens.) Die durchschnittliche Tiefe beträgt 3.293 Meter. Insgesamt bringt der Atlantik ein Wasservolumen von 354,7 Mio. km³ auf.
Der durchschnittliche Salzgehalt im Atlantischem Ozean beträgt 3,54%, was etwas höher ist als in den anderen Ozeanen.
Auf dem Grund des Atlantiks zieht sich von etwa Süden nach Osten der Mittelatlantischer Rücken. Das ist eine zerklüftete Erhebung, aus der ständig Lava aufsteigt und somit die beiden Platten links und rechts immer weiter auseinander schiebt. So haben sich auch vor Millionen von Jahren die einzelnen Kontinente gebildet, da es ja mal nur eine riesige Landmasse gab.
Der Atlantische Ozean liegt fast ausschließlich auf der Westhalbkugel und erstreckt sich von der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika und dem Indischen Ozean im Osten, der Antarktis im Süden über Südamerika im südlichen und Nordamerika nördlichen Westen.
Es gibt viele Meeresströmungen im Atlantik. Der wahrscheinlich wichtigste ist der Golfstrom, da er für das milde Klima in Nordeuropa zuständig ist, weil er Wasser aus der Karibik bringt. Somit beeinflusst er die Tierwelt und Pflanzen sehr stark. Ohne ihn wäre es hier Deutschland sehr viel kälter. Es gibt im Atlantik noch andere große Ströme wie den Nordäquartorialstrom, den äquatorial Gegenstrom, den Südäquatorialstrom, den Brasilstrom, den Benguelastrom und den Antarktischen Zirkumpolarstrom. Es gibt bodennahe, mittlere und oberflächlich Strömungen im Atlantischem Ozean.
Schon im 15ten Jahrhundert wurde der Atlantik bei Europa viel befahren, um waren mit Handelsschiffe von A nach B zu transportieren. Es folgte die Entdeckung Afrikas von den Portugiesen und Amerikas von den Spaniern. Der Atlantik ist auch heutzutage das verkehrsreichste Ozean, da zwischen Europa und Nordamerika und auf den Nebenmeeren (Mittelmeer, Nord- und Ostsee) intensiver Schiffsverkehr herrscht.
Der Pazifische Ozean
Der Pazifische Ozean ist das größte aller Weltmeere und liegt zwischen Asien und Amerika. Seine Gesamtfläche beträgt 166,24 Mio. km², womit er größer als das gesamte Festland der Erde ist. Seine Fläche entspricht 35% der Erdoberfläche, was deutlich wird wenn man sich die Erden von einer gewissen Seite aus ansieht: Alles ist blau. Mitten im Pazifischen Ozean liegt auch der sogenannte „Point Nemo“. Dies ist der Punkt auf Erden, welcher am weitesten von Festland oder Inseln entfernt ist (2688 km). Der Name Pazifik bedeutet zwar so etwas wie „ruhige See“, doch ruhig ist er absolut nicht. Im Pazifischen Ozean gibt es sowohl Stürme, Tsunamis und Seebeben, als auch starke Strömungen. Mit Strömungen hat auch ein zurzeit sehr wichtiges Thema zu tun:
Müllstrudel im Meer
Die größte Ansammlung von Müll befindet sich im Pazifischen Ozean. Der Müll sammelt sich meistens in sogenannten Driftströmungen an. Diese runden Strudel werden durch Winde erzeugt und finden hauptsächlich an der Wasseroberfläche statt. Nach unten hin nimmt die Fließgeschwindigkeit des Wassers und somit auch die Stärke der Strömung ab. Zwei der größten Driftströmungen befinden sich im Pazifischen Ozean. Die eine von ihnen ist der Nordpazifikwirbel zwischen Asien und Nordamerika. Auf seiner Fläche von 1,6 Millionen km² haben sich bereits 1,8 Billionen Plastikteilchen angesammelt, die ca. 80.000 Tonnen wiegen.
Eine weitere Besonderheit des Pazifiks ist seine tiefste Stelle. Sie wird Marianengraben genannt und ist ganze 11.000 Meter tief.
Das Nordpolarmeer
Das Nordpolarmeer, auch als Arktischer Ozean, Nördliches Eismeer...bekannt, liegt logischerweise auf der Nordhalbkugel unseres Planeten und dort wirklich im äußersten Norden. Er ist unser kleinster Ozean, mit 14,9 Millionen Quadratkilometern, die fast vollständig von Eis bedeckt sind. Er gehört auch eher zu den flacheren Gewässern, weil er durchschnittlich nur eine Wassertiefe von 987 Metern hat. Die tiefste Stelle ist das Molloytief, welches bis zu 5669 Meter tief ist. Der Ozean grenzt an die Länder Alaska (USA), Kanada, Grönland (Dänemark), Island, Norwegen und Russland an. Somit liegt er zwischen den in südlichen Himmelsrichtungen angrenzenden Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Die politische Zugehörigkeit ist aber stark umstritten. Wissenschaftlich betrachte gehört dieser Ozean mit zu den 5 Ozeanen der Erde. Verbunden ist er mit Atlantik, hauptsächlich durch Europäische Nordmeer zwischen Grönland und Nordeuropa. Mit dem Pazifischen Ozean ist er nur durch die Beringstraße. Es gibt auch noch weitere Nebenmeere, aber die sind nicht so aufzählenswert. Die wichtigsten Zuflüsse sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma, die Zuflüsse der Barentssee und von Nordamerika der Yukon River in Alaska und der Mackenzie River mit der Hudson Bay.
Das Südpolarmeer
Das Südpolarmeer, auch Antarktischer Ozean, Südliches Eismeer…bekannt, liegt unterhalb des südlichen 60. Brietengrades. Er gilt bei den Seeleuten als der stürmischste aller Ozeane. Die Bezeichnung Südlicher Ozean wurde erst im Jahr 2000 offiziell beschlossen. Er ist der zweitkleinste Ozean, mit 20,3 Millionen Quadratkilometern, die fast vollständig von Eis bedeckt sind. Die 3 großen Tiefseebecken, von denen zumindest die südlichen Bereiche in den Südlichen Ozean hineinreichen, sind das bis 5872 m tiefe Atlantisch-Indische-Südpolarbecken, das bis 5455 m tiefe Indische Südpolarbecken und das bis 5399 m tiefe Pazifische Südpolarbecken. Die Tiefseerinne ist der äußerste südliche Ausläufer der Süd-Sandwich-Rinne, die in Richtung norden in den Atlantik übergeht und dort bis 8264 m tief ist. Laut Wissenschaftlern, hat der Süßwassereintrag durch Gletscher im Südpolarmeer von 1982 bis 2008 um bis zu 20% zugenommen.
Das Strömungssystem im Südpolarmeer
Dieses komplexe Strömungssystem, besteht aus 3 Hauptströmen, einmal aus dem arktischen Oberflächenwasser, dann aus dem antarktischen Bodenwasser und aus dem zirkumpolaren Tiefenwasser. Das antarktische Bodenwasser entsteht an den Küssten der Antarktis und ist das kältestete Wasser der Welt. Das arktische Oberflächenwasser entsteht wenn das Eis schmilzt, dementsprechend hat es einen sehr geringen Salzgehalt. Zwischen diesen beiden Wassern, welche das kalte Wasser abtransportieren liegt das zirkumpolare Tiefseewasser. Das ganze Südpolarmeer speichert mengen an Wärme und Kohlendioxid. Wegen den unterschiedlichen Wasserdichten, des arktische Oberflächenwasser und des antarktischen Bodenwasser bewegen sich hier die stärksten Meeresströmungen Weltweit, den "Antarktischen Zirkumpolarstrom". Sein Einfluss auf das globale Klima und das regionale Klima der Südpolarregion ist enorm.
Die Eisberge
Eisberge schwimmen zwar im Salzwasser, sind aber trotzdem aus Süßwasser, da sie von den riesigen Gletschern der Polargebiete stammen. Es gibt auch Eis, das aus Meereswasser gefriert: Zuerst bilden sich an der Wasseroberfläche Eisschollen aus Salzwasser. Wenn diese Eisschollen zusammengeschoben werden, entsteht eine zusammenhängende Eisdecken - das Packeis. Und weil Eis leichter als Wasser ist, schwimmen sie und gehen nicht unter. Die Polarmeere sind zwischen -4 und 0 Grad Celsius kalt. Darum schmelzen sie sehr langsam. Für Schifffahrer sind diese riesigen Berge sehr gefährlich, weil es kommt vor, dass aus dem Wasser, im Vergleich zu unter dem Wasser eine viel größere Eisspitze zu sehen ist.
Klima - Wie Ozeane die Wärme verteilen
Eigentlich müsste unsere Planet „Wasser“ statt „Erde“ heißen. Denn immerhin bedecken die Ozeane mehr als 70% seiner Oberfläche. Das Klima des Planeten wäre ohne den Einfluss der Weltmeere grundlegend anders… Durch die Sonne werden Kontinente und Meere heiß. besonders am Äquator, wo mehr Sonnenstrahlen hinkommen. Sie lösen einen Kreislauf aus, der weltweit das Klima beeinflusst: Wind- und Meeresströmungen verteilen die Wärme von dort auf der ganzen Erdoberfläche.
Der Müll fährt Karussell
Eine derzeitige Schätzung des globalen Eintrags von Plastikmüll in die Meere geht von 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Das entspricht einer Lastwagenladung pro Minute. Schätzungsweise sind bisher insgesamt 86 Millionen Tonnen Plastik ins Meer eingebracht worden. Schlimm dabei ist: Plastik kann Jahrhunderte im Meer treiben.
Zwischen Kalifornien und Hawaii schwimmt ein riesiger Teppich aus Plastik, so groß wie Mitteleuropa. Sonne, Wind und Wellen haben den ganzen Müll zerrieben, welchen Strömungen jetzt kreisen lassen, im Uhrzeigersinn. Für die Umwelt ist das eine Katastrophe. Viele Tiere, wie Vögel und Fische fressen die giftige Plastiksuppe. So geraten die Schadstoffe auch in unser Essen. Dieses Problem fährt aber nicht nur vor der Westküste der USA Karussel, sondern auch in anderen Meeresstrudeln.